Windows-VPS: wofür er sich eignet und welche Größe Sie brauchen

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Windows-VPS oder Linux-VPS, und wenn Windows, wie viele Kerne, wie viel RAM und NVMe? Eine Entscheidungshilfe nach Anwendungsfall, mit Größentabelle, Lizenzfrage, Absicherung in fünf Punkten und den passenden Tarifen.

Die Frage kommt in drei Varianten: Brauche ich überhaupt Windows auf dem Server, wie groß muss die Maschine sein, und was kostet das? Dieser Beitrag beantwortet alle drei anhand der Anwendungsfälle, für die Windows-VPS typischerweise bestellt werden.

Was ein Windows-VPS ist

Ein Windows-VPS ist eine virtuelle Maschine auf KVM-Basis mit Windows Server. Bei KernelHost wählen Sie zwischen Windows Server 2016, 2019 und 2022 und starten die Installation selbst aus dem Kundenbereich. Kerne, Arbeitsspeicher und NVMe-Speicher gehören exklusiv Ihrer Maschine, dazu kommen ein dauerhaft aktiver 3,2 Tbps Arbor DDoS-Schutz und drei Backup-Slots mit wöchentlichem Notfall-Backup. Drei Eigenschaften unterscheiden ihn vom PC unter dem Schreibtisch:

  • Immer an. Der Server läuft rund um die Uhr im Rechenzentrum maincubes in Frankfurt am Main (TÜV TIER3+ zertifiziert), unabhängig von Ihrem eigenen Rechner und Ihrer Internetverbindung.
  • Feste Adresse. Jeder Server hat eine eigene IPv4-Adresse und ein /64-IPv6-Netz. Das brauchen Sie, sobald ein Broker, eine Bank oder ein Kunde Zugriffe auf eine feste IP beschränkt.
  • RDP-Zugriff. Sie arbeiten per Remotedesktop mit dem vollen Windows-Desktop, von jedem Rechner und vom Tablet aus. Fällt RDP aus, bleibt die VNC-Konsole im Kundenbereich als Rückweg.

Wann Windows, wann Linux

Windows ist richtig, wenn die Software es verlangt: MetaTrader, Buchhaltungs- und Branchenprogramme, Anwendungen auf dem klassischen .NET Framework, IIS, SQL Server, Office-Automatisierung oder ein Programm, das einen Windows-Desktop braucht. Ebenso, wenn Sie einen grafischen Arbeitsplatz wollen, der von überall erreichbar ist.

Ein Linux-VPS ist vorzuziehen, wenn Ihre Anwendung dort läuft: Webserver, Datenbanken, Docker, die meisten Gameserver, Bots in Python oder Node.js. Linux braucht deutlich weniger Arbeitsspeicher und keine Betriebssystemlizenz. Die KVM-Tarife für Linux beginnen deshalb bei 9,99 € pro Monat mit 2 GB RAM, ein Windows-Server macht mit so wenig Speicher keine Freude.

Anwendungsfälle und die passende Größe

Windows Server mit Desktopdarstellung belegt schon im Leerlauf mehr Arbeitsspeicher als Linux, und mit jedem kumulativen Update wächst das Systemlaufwerk. Die von Microsoft genannten Mindestwerte reichen für die Installation, nicht für den Betrieb.

Remote-Desktop-Arbeitsplatz

Browser, Office und ein paar Fachanwendungen. Hier entscheidet der Arbeitsspeicher, ein Browser mit zwanzig offenen Tabs belegt allein mehrere Gigabyte. Sinnvoll sind 4 Kerne, 12 GB RAM und 100 GB NVMe, also der kleinste Windows-Tarif; bei Videokonferenzen im Browser oder großen Tabellen 16 GB.

Trading-Software und Bots

MetaTrader 4 und 5, cTrader und eigene Handelsbots sind ein typischer Grund für einen Windows-VPS. Ein Terminal mit einigen Expert Advisors braucht wenig: Ein bis zwei Kerne und 4 GB RAM reichen für ein bis zwei Terminals, jedes weitere kostet grob einen Kern und ein bis zwei Gigabyte. Der Strategietester rechnet Optimierungen parallel und profitiert von mehr Kernen.

Wichtiger als die Größe ist der Standort. Viele Broker betreiben ihre Handelsserver für Europa in Frankfurt oder London. Der Server steht im Rechenzentrum maincubes in Frankfurt am Main, in direkter Nachbarschaft zum Internetknoten DE-CIX, und damit auf kurzem Weg dorthin. Prüfen Sie im Terminal Ihres Brokers, wo dessen Server steht: Der Ping dorthin zählt, nicht der zu Ihrem Wohnort.

Windows-Anwendungen und Buchhaltung

Buchhaltungs-, Warenwirtschafts- und Branchensoftware bringt meist eine eigene Datenbank mit. Für einen Nutzer sind 4 Kerne und 12 GB angemessen, bei mehreren gleichzeitigen Nutzern oder größeren Datenbeständen 16 bis 24 GB. Planen Sie den NVMe-Speicher mit Reserve für die Datensicherungen der Anwendung.

Entwicklung und Test mit IIS, .NET und SQL Server Express

IIS, eine .NET-Anwendung und SQL Server Express laufen ab 8 GB, bequem ab 16 GB, sobald Visual Studio oder ein Build-Agent dazukommt. SQL Server Express nutzt höchstens vier Kerne und begrenzt jede Datenbank auf 10 GB, mehr Kerne helfen also nur den übrigen Diensten. Kollegen und Kunden erreichen die Testinstanz über die feste IP, auch wenn Ihr Laptop zugeklappt ist.

Kleine Gameserver und Bots

Manche Spiele liefern ihren Dedicated Server nur als Windows-Build, und Discord- oder Automatisierungsbots auf .NET-Basis laufen auf Windows ohne Umwege. Für eine Handvoll Spieler sind 4 Kerne und 12 GB ein guter Start, Spiele mit großen Welten brauchen 24 GB und mehr. Läuft der Server auch unter Linux, ist ein KVM-Tarif die günstigere Wahl.

Fernzugriff für Teams

Arbeiten mehrere Personen gleichzeitig auf dem Server, rechnen Sie mit 4 GB Grundbedarf plus 2 bis 3 GB je aktiver Sitzung: fünf Nutzer landen bei 16 GB und 4 Kernen, zehn bei 32 GB und 8 Kernen. Ohne die Rolle Remotedesktopdienste erlaubt Windows Server nur zwei gleichzeitige Verwaltungssitzungen; für mehr Benutzer ist der Remotedesktop-Sitzungshost nötig, dessen Lizenzierung Sie wie die Serverlizenz mit Microsoft oder einem zertifizierten Microsoft-Partner klären.

Größenempfehlung auf einen Blick

Die vier Windows-Tarife auf der Seite Windows-VPS mieten heißen WIN-VPS-1 bis WIN-VPS-4. Alles darunter, dazwischen oder darüber (bis 12 Kerne, 64 GB RAM und 300 GB NVMe) stellen Sie im Windows-Konfigurator zusammen.

AnwendungsfallMinimalEmpfohlenKomfortabel
Remote-Desktop-Arbeitsplatz2 Kerne, 8 GB, 80 GB (Konfigurator)4 Kerne, 12 GB, 100 GB (WIN-VPS-1)4 Kerne, 16 GB, 120 GB (WIN-VPS-2)
Trading, 1 bis 3 Terminals2 Kerne, 4 GB, 40 GB (Konfigurator)2 Kerne, 8 GB, 80 GB (Konfigurator)4 Kerne, 12 GB, 100 GB (WIN-VPS-1)
Buchhaltung, Branchensoftware4 Kerne, 8 GB, 80 GB (Konfigurator)4 Kerne, 12 GB, 100 GB (WIN-VPS-1)6 Kerne, 24 GB, 140 GB (WIN-VPS-3)
Entwicklung: IIS, .NET, SQL Server Express2 Kerne, 8 GB, 80 GB (Konfigurator)4 Kerne, 16 GB, 120 GB (WIN-VPS-2)6 Kerne, 24 GB, 140 GB (WIN-VPS-3)
Kleiner Gameserver oder Bot2 Kerne, 6 GB, 50 GB (Konfigurator)4 Kerne, 12 GB, 100 GB (WIN-VPS-1)6 Kerne, 24 GB, 140 GB (WIN-VPS-3)
Team, 5 bis 10 Nutzer4 Kerne, 16 GB, 120 GB (WIN-VPS-2)8 Kerne, 32 GB, 200 GB (WIN-VPS-4)12 Kerne, 64 GB, 300 GB (Konfigurator)

Im Zweifel eine Stufe größer beim Arbeitsspeicher, nicht bei den Kernen: Geht der RAM aus, lagert Windows auf den Datenträger aus, und jede RDP-Sitzung wird zäh. Alle Tarife sind PrePaid ohne Laufzeit, Sie können klein anfangen und später vergrößern.

Lizenz und Installation

Windows Server ist nicht im Serverpreis enthalten. Zum Testen und für Migrationsproben gibt es die kostenlose Windows Server Evaluation von Microsoft mit 180 Tagen Laufzeit, funktional vollständig, aber zeitlich begrenzt. Für den Dauerbetrieb bringen Sie Ihre eigene reguläre Lizenz mit (Bring Your Own License), bezogen bei einem zertifizierten Microsoft-Partner oder direkt bei Microsoft. KernelHost stellt Hardware und Virtualisierung bereit, die Lizenzierung von Microsoft-Produkten liegt beim Kunden.

Die Installation starten Sie im Kundenbereich: Image wählen, bestätigen, warten. Der Server ist nach der Bestellung in etwa 30 Sekunden bereitgestellt; eine Neuinstallation mit anderer Windows-Edition oder mit Linux ist jederzeit möglich und überschreibt die vorhandenen Daten. Die ersten Schritte danach, von Kennwort und Zeitzone bis zur Umstellung von der Evaluierung auf eine reguläre Lizenz ohne Neuinstallation, stehen in Windows Server auf einem VPS einrichten.

In Ihrer Verantwortung bleiben drei Dinge: Windows-Updates einspielen und Neustarts einplanen, die Anwendungsdaten regelmäßig außerhalb des Servers sichern (Backup-Slots und Notfall-Backup sind eine Ergänzung, kein Ersatz) und den Server absichern, bevor er produktiv geht.

Absicherung in fünf Punkten

  1. RDP-Port. Ein anderer Port als 3389 hält die Masse der Scanner fern, ist aber für sich keine Sicherheitsmaßnahme. Den Wechsel ohne Neustart zeigt RDP-Port ohne Neustart ändern.
  2. NLA. Erzwingen Sie die Authentifizierung auf Netzwerkebene, damit der Server Zugangsdaten prüft, bevor er eine Sitzung aufbaut. Meldet ein Client danach einen Fehler, hilft RDP-Fehler: Authentifizierung auf Netzwerkebene.
  3. Firewall. Beschränken Sie RDP auf Ihre eigenen IP-Adressen oder auf ein VPN, lassen Sie die Windows-Firewall in allen Profilen aktiv und öffnen Sie keine Dateifreigabe (TCP 445) ins Internet. Alle Schritte samt Rettungsanker gegen das Aussperren stehen in RDP absichern: Windows Server gegen Angriffe schützen.
  4. Updates. Patchen Sie vor der Installation von Rollen und Anwendungen, nicht danach, und halten Sie auf dem Systemlaufwerk Platz für Updates frei.
  5. Konten. Zweites Administratorkonto mit eigenem Namen, lange Kennwörter, Kontosperrung aktivieren und das eingebaute Konto Administrator abschalten, sobald das neue nachweislich funktioniert. Sperrt die Kontosperrung Sie selbst aus, hilft RDP-Fehler: gesperrtes Windows-Konto entsperren.

Was ein Windows-VPS realistisch kostet

Die Windows-Tarife kosten monatlich im Voraus, ohne Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Einrichtungsgebühr: WIN-VPS-1 mit 4 Kernen, 12 GB und 100 GB NVMe 19,99 €, WIN-VPS-2 mit 4 Kernen, 16 GB und 120 GB 24,99 €, WIN-VPS-3 mit 6 Kernen, 24 GB und 140 GB 34,99 € und WIN-VPS-4 mit 8 Kernen, 32 GB und 200 GB 49,99 €. Das entspricht in Ressourcen und Preis den KVM-Tarifen KVM-4, KVM-5, KVM-6 und KVM-8 auf der Seite Rootserver mieten.

Drei Beispiele: Der einzelne Remote-Arbeitsplatz oder eine Buchhaltung liegt mit WIN-VPS-1 bei 19,99 € pro Monat. Die Entwicklungsumgebung mit IIS und SQL Server Express oder ein Team mit fünf Nutzern kommt mit WIN-VPS-2 auf 24,99 €. Ein kleines Trading-Setup mit 2 Kernen und 4 GB liegt unterhalb des kleinsten Tarifs; dafür ist der Windows-Konfigurator gedacht, mit 5,00 € Grundpreis plus den gewählten Ressourcen, den Gesamtpreis berechnet der Konfigurator bei der Auswahl. Dazu kommt in jedem Fall die Windows-Lizenz, deren Preis von Edition und Bezugsquelle abhängt, oder für die ersten 180 Tage die Evaluierungsversion.

Fazit

Ein Windows-VPS lohnt sich, wenn die Anwendung Windows braucht oder Sie einen Desktop wollen, der immer läuft und von überall erreichbar ist. Für Trading reicht oft eine kleine Konfiguration aus dem Konfigurator, entscheidend ist der Standort Frankfurt. Für Arbeitsplatz, Buchhaltung und Entwicklung passt WIN-VPS-1 oder WIN-VPS-2, für Teams WIN-VPS-4 oder der Konfigurator. Rechnen Sie beim Arbeitsspeicher großzügig, bringen Sie Ihre Lizenz mit und sichern Sie RDP ab, bevor die erste Anwendung installiert wird. Mehr zu Standort und Anbindung steht auf der Seite Rechenzentrum; betrieben werden die Server von der KernelHost GmbH mit Sitz in Wien.

Häufige Fragen

Wofür eignet sich ein Windows-VPS?
Für alles, was Windows voraussetzt oder einen dauerhaft laufenden Desktop braucht: Remote-Desktop-Arbeitsplätze, MetaTrader und andere Trading-Software, Buchhaltungs- und Branchenprogramme, Entwicklungs- und Testumgebungen mit IIS, .NET und SQL Server Express, kleine Gameserver mit Windows-Build sowie Fernzugriff für Teams. Läuft die Anwendung auch unter Linux, ist ein Linux-VPS günstiger, weil er weniger Arbeitsspeicher und keine Betriebssystemlizenz braucht.
Wie viel RAM und wie viele Kerne braucht ein Windows-VPS?
Für einen einzelnen Remote-Arbeitsplatz oder eine Buchhaltung sind 4 Kerne, 12 GB RAM und 100 GB NVMe eine solide Stufe (WIN-VPS-1). Ein Trading-Setup mit ein bis drei MetaTrader-Terminals kommt mit 2 Kernen und 4 bis 8 GB aus. Entwicklung mit IIS und SQL Server Express läuft bequem ab 16 GB. Für Teams rechnen Sie mit 4 GB Grundbedarf plus 2 bis 3 GB je gleichzeitiger Sitzung. Im Zweifel mehr Arbeitsspeicher statt mehr Kerne.
Welche Windows-Versionen kann ich auf dem VPS installieren?
Windows Server 2016, 2019 und 2022. Die Installation starten Sie direkt aus dem Kundenbereich. Eine spätere Neuinstallation mit einer anderen Edition oder mit Linux ist jederzeit möglich, die vorhandenen Daten werden dabei überschrieben.
Brauche ich eine eigene Windows-Lizenz?
Für den Dauerbetrieb ja, Windows Server ist nicht im Serverpreis enthalten. Zum Testen nutzen Sie die kostenlose Evaluierungsversion von Microsoft mit 180 Tagen Laufzeit. Für den Dauerbetrieb bringen Sie Ihre eigene reguläre Lizenz mit (Bring Your Own License), bezogen bei einem zertifizierten Microsoft-Partner oder direkt bei Microsoft. KernelHost stellt Hardware und Virtualisierung bereit; die Lizenzierung von Microsoft-Produkten liegt beim Kunden.
Was kostet ein Windows-VPS bei KernelHost?
Die vier Windows-Tarife kosten 19,99 € (4 Kerne, 12 GB, 100 GB), 24,99 € (4 Kerne, 16 GB, 120 GB), 34,99 € (6 Kerne, 24 GB, 140 GB) und 49,99 € (8 Kerne, 32 GB, 200 GB) pro Monat, PrePaid ohne Mindestlaufzeit und ohne Einrichtungsgebühr. Kleinere oder größere Konfigurationen bis 12 Kerne, 64 GB RAM und 300 GB NVMe stellen Sie im Windows-Konfigurator zusammen: 5,00 € Grundpreis plus die gewählten Ressourcen, der Gesamtpreis wird bei der Auswahl berechnet. Die Windows-Lizenz kommt in beiden Fällen dazu.
Reicht ein Windows-VPS für MetaTrader, und wie steht es um die Latenz?
Ja. Ein Terminal mit einigen Expert Advisors braucht ein bis zwei Kerne und wenige Gigabyte RAM; jedes weitere Terminal kostet grob einen Kern und ein bis zwei Gigabyte. Wichtiger als die Größe ist der Standort: Die Server stehen im Rechenzentrum maincubes in Frankfurt am Main in direkter Nachbarschaft zum DE-CIX, und viele Broker betreiben ihre Handelsserver für Europa in Frankfurt oder London. Maßgeblich ist der Ping zum Server Ihres Brokers, nicht der zu Ihrem Wohnort.

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