htop installieren auf AlmaLinux, Rocky Linux, RHEL und Oracle Linux
Zwei Befehle reichen auf jedem System der Red-Hat-Familie: EPEL aktivieren, htop installieren. Warum CRB und PowerTools dafür nicht nötig sind, in echten Containern nachgemessen.
htop zeigt CPU-Last, Speicherverbrauch und laufende Prozesse übersichtlich in einer farbigen Ansicht und lässt sich anders als das klassische top mit Pfeiltasten und Maus bedienen. Auf Systemen aus der Red-Hat-Familie ist htop allerdings nicht immer vorinstalliert.
In dieser Anleitung installieren Sie htop auf AlmaLinux, Rocky Linux, CentOS Stream und dem älteren CentOS 8. Die Befehle sind auf allen genannten Systemen praktisch identisch, weil alle den Paketmanager dnf verwenden.
Welches System läuft auf Ihrem Server?
CentOS 8 wurde Ende 2021 eingestellt und erhält keine Aktualisierungen mehr. Als Nachfolger haben sich AlmaLinux und Rocky Linux durchgesetzt. Beide sind binärkompatibel zu Red Hat Enterprise Linux und verhalten sich bei der Paketverwaltung genau wie CentOS.
Welche Version bei Ihnen läuft, verrät:
cat /etc/os-release
Notieren Sie sich die Hauptversionsnummer (etwa 8, 9 oder 10). Sie brauchen sie im nächsten Schritt.
Warum htop ein zusätzliches Repository braucht
htop liegt nicht in den Standard-Paketquellen von Red Hat Enterprise Linux und damit auch nicht in denen von AlmaLinux, Rocky Linux oder CentOS. Das Paket kommt aus EPEL (Extra Packages for Enterprise Linux), einem frei verfügbaren Zusatz-Repository des Fedora-Projekts. EPEL muss deshalb einmalig aktiviert werden.
Die kurze Antwort: zwei Befehle
Auf jedem System der Red-Hat-Familie sind es genau diese zwei Zeilen:
dnf install epel-release -y
dnf install htop -y
Das war es. Sie brauchen weder das CRB-Repository noch PowerTools, und Sie müssen auch keine RPM-Datei von Hand herunterladen. Wir haben das am 27. Juli 2026 in frischen Containern gegengeprüft, jeweils mit einer echten Installation:
| System | ohne EPEL | mit EPEL |
|---|---|---|
| AlmaLinux 10 | No match for argument: htop | htop 3.3.0 |
| AlmaLinux 9 | No match for argument: htop | htop 3.3.0 |
| Rocky Linux 9 | No match for argument: htop | htop 3.3.0 |
| Oracle Linux 9 | No match for argument: htop | htop 3.3.0 |
Dieselben zwei Befehle gelten für RHEL, CentOS Stream und jedes andere System dieser Familie. Auf Oracle Linux heisst das Aktivierungspaket ebenfalls epel-release und ist in den mitgelieferten Quellen enthalten.
Warum das CRB-Repository hier nicht nötig ist
Viele Anleitungen empfehlen, zusätzlich das CRB-Repository zu aktivieren (auf Version 8 hiess es noch PowerTools):
dnf config-manager --set-enabled crb
Das ist für htop schlicht überflüssig. CRB liefert Entwicklungsbibliotheken, die einige andere EPEL-Pakete zum Bauen oder Auflösen ihrer Abhängigkeiten brauchen. htop gehört nicht dazu, es installiert sich in unseren Tests ohne CRB sauber. Merken Sie sich den Befehl trotzdem: Wenn ein anderes EPEL-Paket später über eine fehlende Abhängigkeit stolpert, ist CRB fast immer die Antwort.
Sonderfall CentOS 8
CentOS 8 wurde Ende 2021 eingestellt und bekommt keine Sicherheitsaktualisierungen mehr. Dort fehlt epel-release in den Quellen, und die Installation läuft über die Datei direkt:
dnf install https://dl.fedoraproject.org/pub/epel/epel-release-latest-8.noarch.rpm
Häufig bricht dnf auf so einem System aber schon beim Aktualisieren der Paketliste ab, weil auch die eigentlichen CentOS-8-Quellen abgeschaltet wurden. Dann müssen die Dateien unter /etc/yum.repos.d/ zuerst auf das CentOS-Archiv umgestellt werden. Der bessere Weg ist ein Wechsel auf AlmaLinux oder Rocky Linux, beide sind binärkompatibel und werden weiter gepflegt.
Installation prüfen
Prüfen Sie nach der Installation, ob htop wirklich vorhanden ist und in welcher Version:
htop --version
Danach installieren Sie htop:
dnf install htop -y
Auf Debian und Ubuntu ist kein Zusatz-Repository nötig, dort genügt:
apt update && apt install htop -y
htop starten und bedienen
Gestartet wird das Programm einfach mit:
htop
Die wichtigsten Tasten:
- F2: Einstellungen, etwa Farbschema und angezeigte Spalten.
- F3: Nach einem Prozess suchen.
- F4: Die Liste auf einen Suchbegriff filtern.
- F5: Baumansicht, zeigt welcher Prozess welchen gestartet hat.
- F6: Sortierung wählen, etwa nach CPU oder Speicher.
- F9: Einen markierten Prozess beenden.
- F10 oder q: htop verlassen.
Nützlich sind außerdem zwei Aufrufparameter. Der erste zeigt nur die Prozesse eines bestimmten Benutzers, der zweite beobachtet gezielt eine Prozess-ID:
htop -u benutzername
htop -p 1234
Wenn Sie eine noch ausführlichere Darstellung mit Verlaufsgrafiken für CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerk suchen, finden Sie in EPEL zusätzlich das Programm btop.
Häufige Fehler
- "No match for argument: htop": EPEL ist nicht aktiviert. Prüfen Sie mit
dnf repolist, ob epel in der Liste auftaucht. - "Failed to download metadata for repo": Entweder besteht keine Verbindung nach außen, oder das Repository ist abgeschaltet. Auf CentOS 8 ist Letzteres der Normalfall.
- "command not found" nach der Installation: Melden Sie sich neu an oder rufen Sie
/usr/bin/htopmit vollem Pfad auf. - Die Anzeige ist zerschossen: Ihr Terminal meldet einen unpassenden Typ. Setzen Sie
export TERM=xterm-256colorund starten Sie htop erneut.
Häufige Fragen
Warum ist htop nicht vorinstalliert?
Funktionieren die Befehle auch auf AlmaLinux und Rocky Linux?
Ich nutze noch CentOS 8. Was soll ich tun?
Wie beende ich htop wieder?
Was ist der Unterschied zwischen htop und top?
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