Minecraft-Bedrock-Server mit Nukkit auf Debian oder Ubuntu installieren
Nukkit ist eine schlanke Server-Software für die Minecraft Bedrock Edition. Diese Anleitung zeigt die komplette Installation unter Debian und Ubuntu, vom Java-Paket bis zum laufenden Server.
Sie möchten einen Minecraft-Bedrock-Server mit Nukkit auf Ihrem Linux-Server unter Debian oder Ubuntu betreiben? Dann sind Sie hier genau richtig.
In dieser Anleitung installieren wir Nukkit Schritt für Schritt über die SSH-Konsole, legen einen eigenen Benutzer an, erstellen ein Startskript und starten den Server. Alle Befehle sind auf Debian 13, Debian 12 und Ubuntu 24.04 LTS ausgelegt. Debian 10 und Ubuntu 20.04 haben ihr Support-Ende erreicht und bekommen keine Sicherheitsupdates mehr, deshalb sind sie für einen öffentlich erreichbaren Server nicht mehr geeignet.
Was ist Nukkit und wann lohnt es sich?
Nukkit ist eine in Java geschriebene Server-Software für die Minecraft Bedrock Edition, also für die Fassung, die auf Konsolen, Smartphones, Tablets und Windows läuft. Nukkit ist deutlich schlanker als der offizielle Bedrock-Server und lässt sich über ein eigenes Plugin-System erweitern.
Wichtig zur Abgrenzung: Nukkit bedient ausschließlich die Bedrock Edition. Plugins für Bukkit, Spigot oder Paper laufen dort nicht. Wenn Sie stattdessen einen Server für die Java Edition suchen, folgen Sie unserer Anleitung Minecraft-Server auf Debian installieren.
Voraussetzungen
- Ein Rootserver oder VPS mit Debian 13, Debian 12 oder Ubuntu 24.04 LTS
- Root-Zugang über SSH
- Mindestens 2 GB Arbeitsspeicher nur für den Server
- Den freigegebenen UDP-Port 19132, den Standardport der Bedrock Edition
Paketliste aktualisieren und Updates einspielen
Bevor wir anfangen, aktualisieren Sie die Paketliste Ihres Betriebssystems und installieren alle verfügbaren Updates:
apt update && apt upgrade -y
Java für Nukkit installieren
Nukkit ist eine Java-Anwendung und benötigt mindestens Java 11. Die alte Empfehlung openjdk-11-jre-headless führt auf aktuellen Systemen jedoch ins Leere, weil Debian 12 und Debian 13 kein Java 11 mehr in den Paketquellen führen. Installieren Sie deshalb Java 17, das auf allen hier genannten Systemen verfügbar ist:
apt install openjdk-17-jre-headless -y
Anschließend prüfen Sie, ob Java korrekt eingerichtet ist:
java -version
Weitere Wege zur Java-Installation und das Setzen der Standardversion beschreibt unsere Anleitung Java 17 auf Debian installieren.
screen installieren, damit der Server dauerhaft läuft
Ohne Hilfsmittel würde Nukkit beendet, sobald Sie Ihre SSH-Sitzung schließen. Das Paket "screen" hält den Prozess in einer eigenen Sitzung am Leben:
apt install screen -y
Eigenen Benutzer für Nukkit anlegen
Betreiben Sie den Server nicht als root, sondern unter einem eigenen Benutzer. Das ist besonders wichtig, wenn auf demselben Server noch weitere Anwendungen laufen:
adduser --disabled-login nukkit
Der Zusatz --disabled-login deaktiviert den direkten Login für diesen Benutzer. Die Abfragen nach Name, Adresse oder Telefonnummer überspringen Sie mit der Enter-Taste.
Nun wechseln Sie in den neuen Benutzer und in dessen Heimatverzeichnis:
su nukkit
cd
Dort legen Sie ein Verzeichnis für den Server an (im Beispiel "server") und wechseln hinein:
mkdir server
cd server/
Nukkit herunterladen
Den aktuellen Build laden Sie direkt vom Build-Server des Projekts herunter:
wget https://ci.opencollab.dev/job/NukkitX/job/Nukkit/job/master/lastSuccessfulBuild/artifact/target/nukkit-1.0-SNAPSHOT.jar
Sollte dieser Link nicht mehr erreichbar sein, prüfen Sie bitte auf der Projektseite von Nukkit, unter welcher Adresse der aktuelle Build bereitgestellt wird, und passen Sie den Befehl entsprechend an.
Startskript erstellen
Erstellen Sie eine Datei "start.sh":
nano start.sh
Tragen Sie folgenden Inhalt ein. Im Beispiel bekommt der Server 4 GB Arbeitsspeicher, diesen Wert passen Sie über -Xmx an Ihren Server an:
screen -AmdS nukkit java -Xmx4G -jar nukkit-1.0-SNAPSHOT.jar
Mit "STRG + X", dann "Y" und "Enter" speichern Sie die Datei.
Anschließend machen Sie das Skript ausführbar und akzeptieren die Endnutzerlizenz:
chmod +x start.sh
echo "eula = true" > eula.txt
Nukkit starten und die Konsole bedienen
Jetzt starten Sie den Server:
./start.sh
Beim ersten Start fragt Nukkit die Sprache ab und erzeugt anschließend die Welt sowie die Konfigurationsdateien. Das dauert einen Moment.
Mit "STRG + A + D" verlassen Sie die Server-Konsole, ohne den Server zu beenden. Zurück gelangen Sie jederzeit mit:
screen -r nukkit
Wichtig: Die screen-Sitzung gehört dem Benutzer "nukkit". Melden Sie sich also zuerst mit su nukkit an, bevor Sie screen -r aufrufen.
Port 19132 freigeben
Die Bedrock Edition verbindet sich über den UDP-Port 19132 und nicht über TCP. Geben Sie diesen Port in der Firewall Ihres Servers frei, sonst finden Spieler Ihren Server nicht. Den Port selbst können Sie in der Datei "server.properties" ändern, dort legen Sie auch Spielmodus, Schwierigkeitsgrad und maximale Spielerzahl fest.
Nukkit automatisch nach einem Neustart starten
Damit Ihr Bedrock-Server nach einem Neustart des Betriebssystems von selbst wieder hochfährt, richten Sie eine systemd-Service-Unit ein. Der Ablauf ist derselbe wie bei einem Java-Edition-Server und in unserer Anleitung Minecraft-Server automatisch starten beschrieben. Ersetzen Sie dort lediglich Benutzernamen, Verzeichnis und Dateinamen durch Ihre Nukkit-Werte.
Häufige Fragen
Was ist Nukkit?
Welchen Port nutzt ein Minecraft-Bedrock-Server?
Welche Java-Version brauche ich für Nukkit?
Kann ich Spigot- oder Paper-Plugins mit Nukkit verwenden?
Können Bedrock- und Java-Spieler auf denselben Server?
2021-2026 KernelHost GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Diese Anleitung ist urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, auch auszugsweise oder in bearbeiteter Form, ist ohne unsere schriftliche Zustimmung nicht gestattet. Zitate mit Quellenangabe und Link sind ausdrücklich willkommen.

