WordPress-Backups auf den Storage Server: Anleitung mit WPvivid

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Eine Sicherung auf demselben Server ist keine Sicherung. Diese Anleitung zeigt in einer Viertelstunde, wie WordPress sich mit einem kostenlosen Plugin per SFTP auf einen getrennten Storage Server sichert.

Eine Sicherung, die auf demselben Server liegt wie die Website, ist keine Sicherung. Wird die Festplatte gelöscht, der Zugang übernommen oder die Installation verschlüsselt, ist sie mit weg. Erst eine Kopie auf getrenntem Speicher ist eine echte Rückversicherung.

Diese Anleitung zeigt den schnellsten Weg dorthin: ein kostenloses Plugin, das WordPress per SFTP auf einen Storage Server sichert, mit Zeitplan und Aufbewahrungsregel. Eingerichtet ist das in einer Viertelstunde.

Warum WPvivid

Die Auswahl ist an einer Stelle überraschend klein. Der Punkt, auf den es ankommt, ist eine verschlüsselte Übertragung in der kostenlosen Fassung:

PluginIn der GratisfassungGeeignet?
WPvivid Backup & MigrationFTP und SFTPja
UpdraftPlusnur FTP, SFTP und WebDAV kostenpflichtignur mit Zukauf
BackWPupnur FTPnur mit Zukauf

Einfaches FTP überträgt Zugangsdaten und Inhalte unverschlüsselt. Für eine Sicherung, die die komplette Datenbank samt Benutzertabelle enthält, ist das keine gute Idee. WPvivid ist damit die naheliegende Wahl, es hat über 900.000 aktive Installationen und wurde zuletzt im September 2026 aktualisiert.

Schritt 1: Unterkonto auf dem Speicher anlegen

Lege im Kundenbereich unter deinem Storage Server ein eigenes Unterkonto für die Sicherungen an, mit Startverzeichnis /backup/wordpress. Das ist wichtiger, als es klingt: Die Zugangsdaten landen gleich in der WordPress-Datenbank, und wer sie dort findet, soll damit nichts anderes erreichen können als dieses eine Verzeichnis.

Prüfe im selben Schritt unter „Zugriffseinstellungen" zwei Schalter:

  • SSH / SFTP / SCP / rsync muss freigegeben sein.
  • Externe Erreichbarkeit muss eingeschaltet sein, sonst kommt dein Webserver über das Internet nicht an den Speicher.

Bei neu bestellten Servern ist beides aktiv. Notiere dir Hostname und Benutzernamen, die Beispiele hier verwenden:

AngabeBeispielwert
Hostnameu123456.storage.kernelhost.net
Unterkontou123456-sub3
Verzeichnis/backup/wordpress
Port23

Schritt 2: Erreichbarkeit prüfen, bevor du etwas einrichtest

Das spart später viel Sucherei. Hast du Shell-Zugang auf dem Webserver:

timeout 5 bash -c '</dev/tcp/u123456.storage.kernelhost.net/23' && echo "Port 23 erreichbar"

Ohne Shell-Zugang legst du eine Datei pruefen.php im Webverzeichnis ab, rufst sie einmal auf und löschst sie danach wieder:

<?php
$f = @fsockopen('u123456.storage.kernelhost.net', 23, $e, $t, 5);
echo $f ? 'Port 23 erreichbar' : 'keine Verbindung: ' . $t;

Kommt keine Verbindung zustande, sperrt dein Hoster ausgehende Verbindungen auf diesem Port. Das ist auf Shared Hosting nicht selten. Dann bleibt entweder eine Nachfrage beim Hoster oder der Weg über WebDAV, der auf Port 443 läuft.

Schritt 3: Plugin installieren und Ziel eintragen

Im WordPress-Backend unter Plugins, Installieren nach WPvivid Backup & Migration suchen, installieren und aktivieren. Danach erscheint links der Menüpunkt WPvivid Backup.

Dort auf den Reiter Remote Storage und SFTP auswählen. Die Felder füllst du so:

FeldWert
Storage Aliasein frei gewählter Name, zum Beispiel KernelHost Storage
Hostu123456.storage.kernelhost.net
Port23, nicht die vorgeschlagene 22
Usernameu123456-sub3
Passworddas Passwort des Unterkontos
Path/, denn das Unterkonto startet bereits im richtigen Verzeichnis

Mit Test and Add prüft das Plugin die Verbindung, bevor es sie speichert. Schlägt das fehl, ist in neun von zehn Fällen entweder der Port falsch oder die externe Erreichbarkeit abgeschaltet.

Schritt 4: Die erste Sicherung von Hand

Auf dem Reiter Backup & Restore wählst du Database + Files (WordPress Files) und als Ziel Send backup to remote storage mit dem eben angelegten Eintrag. Dann Backup Now.

Der erste Lauf dauert je nach Größe einige Minuten. Lass das Browserfenster dabei offen, das Plugin steuert den Fortschritt über wiederholte Aufrufe.

Schritt 5: Zeitplan und Aufbewahrung

Auf dem Reiter Schedule aktivierst du den Zeitplan. Bewährt hat sich:

WasRhythmusAufbewahrung
Datenbanktäglich10 Stück
Datenbank und Dateienwöchentlich4 Stück

Lege die Zeit in die Nachtstunden deiner Hauptbesucher. Die Aufbewahrung stellst du unter Settings ein, dort gibt es auch den Schalter, ob alte Sicherungen auf dem entfernten Speicher ebenfalls gelöscht werden sollen. Schalte ihn ein, sonst läuft der Speicher mit der Zeit voll.

Beachte dabei: Die Snapshots des Storage Servers sind eine zusätzliche Ebene und arbeiten unabhängig davon. Je nach Tarif stehen 10, 20, 30 oder 40 manuelle Snapshots zur Verfügung, dazu ebenso viele automatische.

Schritt 6: Prüfen, ob die Sicherung etwas taugt

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist der wichtigste. Sieh dir an, was tatsächlich auf dem Speicher liegt:

sftp -P 23 u123456-sub3@u123456.storage.kernelhost.net
sftp> ls -l
sftp> bye

Achte auf zwei Dinge: Die Dateigröße muss plausibel sein, und es müssen sowohl ein Datenbank- als auch ein Dateiarchiv vorhanden sein. Ein Archiv von wenigen Kilobyte ist ein Fehlschlag, kein Erfolg.

Und dann der eigentliche Test: Spiele die Sicherung einmal auf einer Testinstallation ein. Eine nie geprüfte Sicherung ist eine Vermutung.

Wiederherstellen, und der Haken

In der kostenlosen Fassung lässt sich eine auf dem entfernten Speicher liegende Sicherung nicht unmittelbar zurückspielen, das Wiederherstellen entfernter Sicherungen gehört zur kostenpflichtigen Version. Der freie Weg funktioniert trotzdem und dauert nur wenige Minuten länger:

  1. Archiv per SFTP vom Speicher herunterladen.
  2. Im Plugin unter Backup & Restore den Bereich Upload öffnen und das Archiv hochladen.
  3. Die hochgeladene Sicherung erscheint in der Liste und lässt sich von dort wiederherstellen.

Rechne diesen Umweg bei deinem Notfallplan mit ein. Wer im Ernstfall zum ersten Mal merkt, dass noch ein Download dazwischensteht, verliert unnötig Zeit.

Wo dieser Weg endet

Jedes Sicherungs-Plugin arbeitet innerhalb von PHP und stößt damit an Zeit- und Speichergrenzen. Ab einigen Gigabyte Gesamtgröße wird es zäh, und bei sehr großen Mediatheken bricht der Lauf irgendwann ab.

Dann ist der bessere Weg rsync oder BorgBackup, beides direkt aus einem Zeitplan auf dem Server heraus und beides auf dem Speicher nativ verfügbar:

rsync -az --delete -e "ssh -p 23" \
      /var/www/example.com/ \
      u123456-sub3@u123456.storage.kernelhost.net:/dateien/

Das überträgt nur die Änderungen und kennt keine PHP-Grenzen. Es setzt allerdings einen eigenen Server mit Shell-Zugang voraus. Mehr zu diesem Weg steht in Storage Server für die eigene Website nutzen.

Welche weiteren Teile von WordPress sich auf den Speicher verlagern lassen, also Mediathek und Downloads, und wo dabei die Grenzen liegen, steht in Storage Server mit WordPress nutzen.

Die vier häufigsten Fehler

  • Port 22 statt 23. Das Plugin schlägt 22 vor, unser Speicher hört auf 23.
  • Externe Erreichbarkeit abgeschaltet. Dann klappt der Test aus dem Kundenbereich, aber nicht vom Webserver aus.
  • Hauptkonto statt Unterkonto. Die Zugangsdaten liegen danach in der Datenbank der Website. Mit dem Hauptkonto hängt daran alles.
  • Alte Sicherungen werden nie gelöscht. Ohne eingeschaltete Aufbewahrungsregel für den entfernten Speicher läuft der Platz voll, und irgendwann schlägt die Sicherung still fehl.

Welcher Tarif passt

Für die Sicherungen einer einzelnen WordPress-Seite reicht Storage-1 mit 1 TB für 9,99 Euro sehr lange. Zur Einordnung: Eine mittlere Seite mit 5 GB Gesamtgröße belegt bei zehn aufbewahrten Sicherungen rund 50 GB, also fünf Prozent des Tarifs.

TarifPlatzSnapshotsPreis
Storage-11 TB10 plus 10 automatisch9,99 EUR
Storage-25 TB20 plus 20 automatisch29,99 EUR
Storage-310 TB30 plus 30 automatisch39,99 EUR
Storage-420 TB40 plus 40 automatisch69,99 EUR

Alle Storage Server stehen in Deutschland, erlauben bis zu 100 Unterkonten, sprechen neben SFTP auch SMB, WebDAV, rsync und BorgBackup und kommen ohne Einrichtungsgebühr. Abgerechnet wird auf PrePaid-Basis ohne Mindestlaufzeit, du kannst also klein anfangen und wachsen, wenn mehr Seiten dazukommen.

Häufige Fragen

Warum WPvivid und nicht UpdraftPlus?
Weil SFTP bei WPvivid in der kostenlosen Fassung enthalten ist. Bei UpdraftPlus gehören SFTP und WebDAV zur kostenpflichtigen Version, in der Gratisfassung bleibt nur einfaches FTP ohne Verschlüsselung. BackWPup führt in der freien Fassung ebenfalls nur FTP.
Welchen Port muss ich eintragen?
Port 23. Das Plugin schlägt 22 vor, weil das der übliche SSH-Port ist. Unser Storage Server hört auf 23, und das ist mit Abstand die häufigste Ursache, wenn der Verbindungstest fehlschlägt.
Brauche ich ein eigenes Unterkonto?
Nicht zwingend, aber dringend empfohlen. Die Zugangsdaten stehen danach in der WordPress-Datenbank. Mit einem Unterkonto, das nur das Sicherungsverzeichnis sieht, kommt jemand mit diesen Daten an nichts anderes heran. Jeder Storage Server erlaubt bis zu 100 Unterkonten.
Wie oft soll gesichert werden?
Für eine Seite, die sich täglich ändert, täglich die Datenbank und wöchentlich alles. Für eine selten geänderte Seite genügt wöchentlich. Entscheidend ist weniger der Rhythmus als die Frage, wie viel Arbeit du im Ernstfall nachholen willst.
Wie viele Sicherungen soll ich aufbewahren?
Mindestens so viele, dass ein Problem auffällt, bevor die letzte heile Fassung herausrotiert. Bei täglicher Sicherung sind sieben bis zehn ein guter Wert. Dazu kommen die Snapshots des Storage Servers als zweite Ebene, je nach Tarif 10 bis 40 Stück.
Kann ich direkt vom Speicher wiederherstellen?
In der kostenlosen Fassung nicht unmittelbar, das Wiederherstellen entfernter Sicherungen gehört dort zur kostenpflichtigen Version. Der freie Weg ist, das Archiv per SFTP herunterzuladen, im Plugin hochzuladen und von dort wiederherzustellen. Das funktioniert, dauert nur ein paar Minuten länger.
Was mache ich bei einer sehr großen Website?
Ab einigen Gigabyte stößt jedes PHP-Plugin an Zeit- und Speichergrenzen. Dann ist der bessere Weg rsync oder BorgBackup aus einem Zeitplan auf dem Server heraus, beides ist auf dem Speicher nativ verfügbar. Das setzt allerdings einen eigenen Server mit Shell-Zugang voraus.
Woran erkenne ich, dass die Sicherung wirklich brauchbar ist?
Nur daran, dass du sie einmal eingespielt hast. Prüfe zumindest Dateigröße und Inhalt des Archivs und spiele es einmal auf einer Testinstallation ein. Eine nie geprüfte Sicherung ist eine Vermutung, keine Sicherung.
Verlangsamt die Sicherung meine Website?
Während des Laufs schon ein wenig, weil Dateien gelesen und gepackt werden. Lege den Zeitplan deshalb in die Nachtstunden deiner Hauptbesucher. Die Übertragung selbst belastet vor allem die Anbindung, nicht die Website.
Was kostet der Speicher?
Storage-1 mit 1 TB kostet 9,99 Euro im Monat und reicht für die Sicherungen einer Website sehr lange. Darüber gibt es Storage-2 mit 5 TB für 29,99, Storage-3 mit 10 TB für 39,99 und Storage-4 mit 20 TB für 69,99. Standort Deutschland, keine Einrichtungsgebühr, PrePaid und ohne Mindestlaufzeit.

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